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Die Hauptkirche

 

Hauptkirche_1

 

Die Vorgänger Kirche St. Martin Der Bau der Hauptkirche Umliegende Gebäude Grundriss Außenansicht    
Der Kirchturm Der Altar Die Kanzel Der Taufstein Die Orgel Die Sakristei Die Gruft

 

 

 

Die Vorgängerkirche Kapelle St. Martin

 

Die evangelisch - lutherische Hauptkirche wurde an der Stelle der abgebrochenen Kapelle St. Martin erbaut. Ein Ablaßbrief von Papst Clemens II. aus dem Jahr 1313 unterrichtet unserstmals vom Vorhandensein der Kapelle, deren Entstehung wohl weiter zurückgeht, vermutlich auf die fränkischen Kolonisation. 1387 wurde die Kapelle unter dem Heilsbronner Patronat zur selbständigen Pfarrei erhoben.

 

st martin
Ein Kupferstich aus dem Jahre 1621 zeigt
die Kapelle leider nur ungenau.
Vom Baustil her dürfte sie wie die
fränkischen Wehrkirchen des Nürnberger
Umlandes ausgesehen haben.
 
Vermutlich umgab eine massive
Wehrmauer die Kirche, innerhalb derer
der Friedhof lag.
                                                                                                                           Wilhermsdorf und das Heerlager der
Im Mai 1706 wurde die Kapelle abgerissen.                                                Mansfeldischen Truppen im Jahr 1621
                                                                                                                          

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Der Bau der Hauptkirche

 

Die Auftraggeberin

Initiatorin und Auftraggeberin des Kirchenneubaus war die Gräfin Franziska Barbara von Hohenlohe, eine geborene von Welz. (siehe Geschichte).

                                 
hauptkirche
Der Architekt
 
Die Pläne für den barocken Neubau stammen vermutlich von dem Würzburger Hofbaumeister Joseph Greißing, auch Kreussig genannt. Er war der führende Architekt des Hochstiftes Würzburg. Für seinen Neubau übernahm Greißing im Grundriß das sogenannte "Vorarlberg-Schema" in reduzierter Form. Es besteht vorzugsweise aus einem Langhaus mit Tonnengewölbe zwischen seitlichen Kapellennischen und darüberliegenden Emporen.
 
Die Bauleitung
Die Bauleitung übernahm sein Werkmeister
Christian Herrmann.
 
 
 
Die Grundsteinlegung
Am 16. April 1706 wurde der Grundstein gelegt.
 
 
Die Einweihung

Am 2. September 1714 wurde die Evangelische Hauptkirche zu Wilhermsdorf eingeweiht. Vier Jahre nach Fertigstellung des Gotteshauses verstarb die fromme Gräfin Franziska Barbara mit 52 Jahren. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Gruft unter der Kirche.

 

Die Baukosten

Die Baukosten der Kirche betrugen 70000 fl.

 

Die beteiligten Handwerker

Aus Wilhermsdorf

  • Bildhauer Stephan Hirstel

  • Schreiner Johann Georg Köberer

  • Schreiner Georg Ansorg

  • "Sonnenwirth" Karl Matter (Orgelgehäuse und Kanzel)

  • Glaser Ludwig Amelio Wolff

  • Schlosser Johann Konrad Benold

  • Schlosser Hans Paul Vogler

  • Uhrmacher Michael Vogler

 

Von Außerhalb

  • Maler Johann Christoph Rösler aus Neustadt a. d. Aisch
  • Drechsler Andreas Aiß aus Langenzenn

  • Glockengießer Johann Konrad Roth aus Forchheim
  • Dachdecker Johann Hempel aus Ochsenfurt

  • Orgelbaumeister Adam Ernst Reichard aus
    Nürnberg

  • und sein damaliger Orgelbaugeselle Johann Christoph Wiegleb  - er baute später die berühmte Orgel in St.Gumbertus in Ansbach

 

 

Wilhermsdorf kann stolz auf die Leistung seiner Handwerker sein!

 

Die Lage

Die Wilhermsdorfer Hauptkirche befindet sich im Altortbereich von Wilhermsdorf. Anstatt der sonst so gebräuchlichen Ost-West-Ausrichtung ist sie von Nord nach Süd orientiert, da Greißing die Schauseite dem damals neuen Schloß zuordnete.

 

Die Fassadenproportionen

Die Fassade auf der Südseite erstreckt sich 22 m in die Höhe und 17 m in die Breite. Die Fassadenhöhe ist auch durch die steile Hanglage bedingt, die man ausgleichen mußte. Dieser Höhenunterschied wird durch Treppen am Haupteingang und an den Seiten überwunden.

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Der Grundriß

Die Hauptkirche besitzt ein dreischiffiges, kreuzgratgewölbtes Langhaus, bestehend aus einem Mittelschiff und zwei schmäleren Seitenschiffen.

An das Mittelschiff schließt sich im Norden der in einem Rechteckgefüge eingeschlossene, leicht erhöhte Chor an.
 
Auf beiden Seitengrundriss des Chores finden sich Räume, westlich das sogenannte "Branntweinstübchen", östlich die Sakristei.
Beide sind durch schmale Durchgänge in den massiven Wänden mit dem Chor verbunden. In ihren nördlichen Schmalseiten befinden sich ebenfalls Türen, die zu den Wendeltreppen des Turmes und zu den Patronatslogen führen. In der östlichen Sakristei erreicht man über eine weitere kleine Holztreppe die    Kanzel am östlichen Chorpfeiler.

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Die Außenansicht

Italienischer Einfluß ist bei der Fassade spürbar: Hierfür spricht die Verwendung von Kolossalpilastern, Blendgiebel, Volutenflanken, Falconettischen Fensterelementen sowie Rundbogennischen - Kennzeichen der Renaissance-Baukunst Italiens.

Typische Stilpraktiken Greißings, die er von Würzburg mitbrachte, sind auch an seinem Wilhermsdorfer Kirchenbau und besonders an dessen Fassade sichtbar. Weitere Merkmale seiner Handschrift am Bau sind die Verwendung unverputzter Werksteinquader in den Untergeschossen und bei den Pilastern sowie die Einfügung attikaähnlicher Zwischenglieder über den Pilasterkapitellen. Über die Portale setzt er reich dekorierte Oberlichtfenster, deren Stürze er wie die der anderen Fenster mit ohrenartigen Vorsprüngen versieht.

 

Das Baumaterial

Das Baumaterial der Kirche besteht aus Backstein, für die Gliederungen wurde Sandstein verwendet. Der Turm ist in Bruchstein sowie in Ziegelbrocken ausgeführt.

 

Der Altar

 Es handelt sich um ein mächtiges Viersäulenretabel.

Der Altar ist das Schmuckstück der Kirche. Er wurde in liebevoller Handarbeit geschaffen und zeigt in reich verzieerter Form die grundlegendsten Botschaften des Christlichen Glaubens

 

 

Altar 1

 Zum Altartisch führen zwei Stufen.
Der Altartisch weist an den Seiten Steinreliefs auf.

Der Altar ist in drei Hauptszenen gegliedert:

Oben: Der dreieinige Gott 
           als Vater (bildlich dargestellt)
           Sohn (Christus)
           und heiliger Geist (Taube)
           an den Seiten die beiden Apostel Petrus und Paulus.

Mitte: Der Auferstandene
          mit dem ungläubigen Thomas, der sich von der 
          Wahrheit der Worte Jesu überzeugt
 
Unten: Die Kreuzigungsszene
            mit dem heiligen Abendmahl darunter

 

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Hauptkirche kanzel

Die Kanzel

Hauptkirche zierteil kanzel 500

 

Die Kanzel besteht aus einem bauchig geformten "Korb". Er istdurch zierlich geschnitzte und bemalte Engelsköpfe mit Flügeln (Putten) verziert. Aufgesetzte Blütenornamente beleben die hervorragend ausgeführten intarsien-geschmückten Wände des Kanzelkorbes.

Auf der Brüstung gegenüber der Kanzeltür ist eine vergoldete Verzierung angebracht. Sie ist eine kunstvolle Komposition aus Akanthusblättern und -blüten und trägt unten im Zentrum     einen Engelskopf mit Flügeln.

 

Der Zugang erfolgt durch die östliche Sakristei über eine Treppe. Der Türsturz zur Kanzel trägt ein hebräisch geschriebenes Bibelwort.
Es ist die Stelle aus 5.Mose; 28, 6:     בָּר֥וּךְ אַתָּ֖ה בְּבֹאֶ֑ךָ וּבָר֥וּךְ אַתָּ֖ה בְּצֵאתֶֽךָ

"Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang.

 

Hauptkirche kanzeldeckel gesamt 1 500
 
Der Schalldeckel ist mit einer Akanthusspangenkrone verziert.
Zwischen den Akanthusspangen sind die 4 Evangelisten in der für sie typischen Art dargestellt.
 
 
Oben auf der Krone steht der auferstandene Christus auf der Weltkugel.
 
 
Die Weltkugel ist von der Schlange (die den Satan symbolisiert), umschlungen.
 
 

Hauptkirche matthaeus markus 680

Hauptkirche lukas johannes 680
Die Kanzel wurde im Jahr 1712
durch den Wilhermsdorfer Karl Matter,
genannt "Sonnenwirth" kunstvoll verfertigt. 
Seine Leistung ist um so erstaunlicher,
wenn man weiß, daß er nur nebenberuflich als Schreiner gearbeitet hat.  

 

 

 

Der Taufstein

taufstein 1 schwarz 1386
 
Der Taufstein ist dreieckig.
Die Form des Taufsteins weist auf die Dreieinigkeit Gottes hin,
der uns im Vater, in seinem Sohn Jesus Christus
und im Heiligen Geist gegenübertritt.

Der Taufstein hat einen Taufsteindeckel, der an einem Seil
mit Ausgleichsgewichten hängt, so daß er nach oben abgehoben 
werden kann. Der Deckel ist ebenfalls dreieckig gestaltet.

 

Der Aufstellungsort vor dem Altar weist daruaf hin:

Die Taufe ist nach dem Glauben die zweite Voraussetzung für die Aufnahme in das Reich Gottes. Deshalb steht der Taufstein mitten auf dem Weg zum Altar. Es soll klar sein: An der Taufe kann man nicht vorbei, wenn man in das Reich Gottes aufgenommen werden will.

taufstein 2 500

 

 

Die Figuren auf dem Taufsteindeckel stellen die Taufe Jesu dar, wie sie in den Evangelien beschrieben ist. (Mt 3,13-17; Mk 1,9-11; Lk 3,21-22; Joh 1,32-34)
Johannes der Täufer tauft Jesus, den Sohn Gottes, am Jordan.
Ein Engel sieht diesem Ereignis zu.

 

 

An jeder Ecke des dreieckigen Taufsteins und jeweils in der Mitte der Seiten sind weitere Engel dargestellt. Vier der Engel haben eine besondere Blickrichtung: Sie sind auf das Pult hin ausgerichtet, von dem aus Gottes Wort verlesen wird.

Auch an dem Seil, das den Taufsteindeckel trägt, hängen 3 Engel.

Den Taufstein fertigte Clement Hämmerlein, ein geschickter Wilhermsdorfer Handwerker im Jahr 1712.

 

Die Orgel

orgel ost 500

Die Orgel ist dreitürmig angelegt. Orgelpfeifen treten in den drei Hauptfeldern der Türme, aber auch in zwei dazwischensetzte, nach vorne gewölbte Anbauten hervor. Die sichtbaren Bereiche der Orgelpfeifen sind eingebettet in die vergoldeten Akanthuswangen und in die Blütenornamente.

Der mittlere Teil trägt oben eine Tafel mit der Aufschrift: "Gloria in excelsis deo" (Ehre sei Gott in der Höhe).
Sie erinnert uns an die himmlischen Heerscharen, die die Weihnachtsbotschaft an die Hirten begleitet haben.

Die beiden Flanken der Orgel zieren Engelsstatuen. Die geschwungene Brüstung der Orgelempore schafft Raum für den Spieltisch und die Orgelbank.

 

 

 

Orgel engel geige 1 500Orgel engel posaune 1 500Putten sind in der Barockzeit weitverbreitet. Es sind nackte oder fast nackte Kinderfiguren mit Flügeln, also "Kinderengel". Oftmals findet man auch nur die Köpfe oder Köpfe und den Ansatz des Körpers, wie sie auch an der Orgel zu erkennen sind (siehe auch Taufstein)

An der Orgel stellen Sie die Engelschar dar, die durch ihren Gesang und mit ihren Instrumenten Gott lobt und preist.

 

 

Das Orgelgehäuse wurde wie auch die Kanzel im Jahr 1711 durch den Wilhermsdorfer Karl Matter, genannt "Sonnenwirth" kunstvoll verfertigt. Seine Leistung ist um so erstaunlicher, wenn man weiß, daß er nur nebenberuflich als Schreiner gearbeitet hat.

Während das Gehäuse der Orgel durch die Jahrhunderte nahezu völlig im alten Zustand erhalten blieb, hat das Orgelwerk eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
Bemerkt werden darf noch, daß zur Zeit der Entstehung die Wilhermsdorfer Orgel an Größe und Klangvielfalt alle damaligen Nürnberger Orgeln weit übertraf.

Die Reichard-Orgel
Das Orgelwerk stammte ursprünglich von dem "Orgel und Clavicimbelmacher" Adam Ernst Reichard (Geb. 26.5.1670; Gest. 21.07.1756). Er war aus Thüringen nach Wöhrd gezogen. Am 14. Oktober 1702 erwirbt er das Nürnberger Bürgerrecht. Er hat rund 60 Jahre in Nürnberg gearbeitet.
Mitgearbeitet hat sein Geselle Johann Christoph Wiegleb aus Nürnberg. Er war damals 21 Jahre alt. (1690-1749).
 
Die Orgel wurde im Jahr 1711 geschaffen und war am 31. Oktober 1711 fertig. (Die Kirche selbst wurde erst am 2. September 1714 eingeweiht.)
 
Bei der Neuschaffung im Jahr 1992 wurde ein entsprechender Werkstattzettel im Orgelprospekt gefunden.

 

In seiner "Historischen Beschreibung von Wilhermsdorf" teilt Johann Christian Wiebel mit:

Das Orgelwerk hatte "lauter zinnerne Pfeiffen, ein doppeltes Clavier und ein Pedal. Das obere Clavier hat 7 Register, als:

1.) Principal 8. Fuß
2.) Octava 4. Fuß
3.) Quinta 3. Fuß
4.) Mixtur dreyfach 2. Fuß
5.) Quintadena 8. Fuß
6.) Spitz-Fleuten 4. Fuß
7.) Superoct. 2. Fuß
     
Das untere Clavier hat eben so viele Register, welche sind:
1.) Grob Gedact 8. Fuß
2.) Klein Gedact 4. Fuß
3.) Cymbel doppelt  
4.) Rohr Fleuten 8. Fuß
5.) Solational 4. Fuß
6.) Block-Fleuten  
7.) Viol di Gamba 8. Fuß
 
Das Pedal ist von 32. Fuß"

 

Renovierungen und die Die Strebel-Orgel

Die "Reichard-Orgel" wurde erstmals im Jahr 1812 durch Johann Georg Höhn aus Frauenaurach überholt.
1833 wurde der Ansbacher Orgelbauer Carl Friedrich Näser mit der Instandsetzung beauftragt.
 
Schon 1845 wurde wieder ein Kostenvoranschlag eingeholt. Dies geschah bei dem Orgelmacher Johann Friedrich Hetz aus Kulmbach. Ob die Orgel wirklich renoviert wurde, ist aber nicht feststellbar.
 
Am 14. Juni 1886 legte der Orgelbauer Johannes Strebel ein Orgelgutachten vor. 1887 erhielt er den Auftrag für einen Orgelneubau. Er sollte in das historische Gehäuse ein mechanisches Kegelladenwerk einbauen. Die Disposition ist nicht mehr zweifelsfrei feststellbar.
 
Größere Umbauten und Erweiterungen erfolgten 1939 durch die Firma Steinmeyer. So wurde die Orgel mit einer elektrischen Traktur versehen. Vermutlich wurde auch der Spieltisch erneuert, sowie die Disposition und Intonation der Strebel-Orgel verändert.
 
1967 wurde die Orgelbaufirma Erich Bauer aus Unterasbach mit der vollkommenen Überholung und Instandsetzung der Orgel und gleichzeitiger Imprägnierung gegen den Holzwurm beauftragt.

 

Die Hoffmann-Orgel von 1992

Alle Änderungen vermochten die Strebel-Orgel nicht zu verbessern. So wurde beschlossen, die Reichard-Orgel zu rekonstruieren. Als Glücksfall stellte sich der Fund des Werkstattzettels von Adam Ernst Reichard heraus. Man entdeckte auch andere Hinweise im Orgelgehäuse, die es ermöglichten, die Anordnung des Orgelwerkes festzustellen.

Mit der Firma Hoffmann fanden sich engagierte Orgelbauer, die ihr ganzes Können in die Umsetzung dieser Aufgabe einbrachten. Es waren intensive Forschungen und Vorarbeiten nötig, ehe man sagen konnte, das Klangbild der ersten Orgel zu kennen und nachbilden zu können.

 

Großer Dank für die beharrliche Arbeit an der Restaurierung gebühren auch Jürgen-Peter Schindler, dem Orgelsachverständigen von Sulzbach Rosenberg und Pfarrer Ernst Kramer, der die Restaurierung mit sehr großer Energie vorangetrieben hat.

 

Die Disposition der Hoffmann-Orgel:

 

Hauptwerk C-d³

II. Manual

Principal 8‘ + Prospekt, Zinn
Quintadena 8‘ + Metall
Octava 4‘ + Metall
Spitz-Fleuten 4‘ + Metall
Quinta 3‘ + Metall
Superoctava 2‘ + Metall
Sesquialtera neu Metall
Mixtur 3f. 2‘ + Metall
Hinterwerk C-d³

I. Manual

Grobgedackt 8‘ + Holz:
c-h Kiefer;
c'-d''' Eiche
Rohr-Fleuten 8‘ + Metall
Viol di Gamba 8‘ + Metall
Kleingedackt 4‘ + Holz:
C-c Kiefer;
cs-d''' Linde
Solational 4‘ + Metall
Block-Fleuten 2‘ + Metall
Cymbel doppelt ½‘ + Metall
Vox humana 8‘ neu Metallbecher
Pedalwerk C-f‘ Subbaß 16‘ + Holz-Kiefer
Violon Baß 8‘ + Holz-Kiefer
Bassett 4‘ neu Holz-Linde
Posaune 16‘ neu Holzbecher
Koppeln Schiebekoppel I Hinterwerk/Hauptwerk
Copula I Hauptwerk/Pedal
Copula II Hinterwerk/Pedal
Cymbelstern C Schalenglocken
c''' e''' g''' c'''
Cymbelstern G Schalenglocken
g'' h'' d''' g'''
+ = Register der Reichard-Orgel von 1711:
Temperierung: Ungleich schwebend nach Bach/Kellner
7 reine Quinten
5 "wohltemperierte" Quinten
Erbaut 1992 Orgelbau-Werkstätten

Otto Hoffmann, Ostheim/Rhön

 

 

Die Westliche Sakristei

Die westliche Sakristei ist ein Ort, der uns in die Wilhermsdorfer Geschichte zurückführt. Epitaphien, Relieftafeln, Totenschilde und die Gedenktafeln an die Weltkriege richten unsere Blicke zurück in die Vergangenheit von Wilhermsdorf.

Die westliche Sakristei wird auch scherzhaft "Branntweinstüberl" genannt. Man denkt an bestimmte Pfarrer, die sich vor der Predigt noch Mut angetrunken haben sollen.

 

Der Epitaph von Dietrich von Wilhermsdorf

Ein Epitaph erinnert an Dietrich von Wilhermsdorf, den vermutlichen Hauptmeister des Ansbacher Schwanenritterordens (gest. 1505).

 

epitaph schutzbar 500

Der Epitaph derer von Burgmilchling

Der Epitaph ist vollplastisch aus Sandstein gearbeitet. Er erinnert an Heinrich Hermann Schutzbar, genannt Milchling (gestorben 1591) und an seine Ehefrau Dorothea von Thüngen.

Die beiden lebensgroßen Figuren stehen vor einer flachen Muschelnische. Er trägt seinen Prunkharnisch. Sie ist in der Hoftracht bekleidet.
Über ihnen sieht man einen gedrückten Segmentbogen auf kurzen Pilastergliedern. Dazwischen befindet sich das Allianzwappen.

 

Die Reliefsteine

reliefstein a 680

Unter dem Epitaph für das Ehepaar zeigt ein Reliefstein Waffen und Rüstungsembleme.
Ein weiterer bezieht sich auf Hermann Schutzbar und seine Frau aus dem Jahr 1576.
Ein dritter weist einen Ädikularahmen auf, dessen Inschriftbänder verwittert sind.

 

Die Totenschilde

Totenschilde halten das Andenken an Wolf von Wilhermsdorf (gest. 1569), Michael Hermann Schutzbar (gest. 1593) und Simon Tobias von Wölcker (gest. 1717) wach.

 

Die Gedenktafeln

aus den Weltkriegen ermahnen uns zu friedlicher Nachbarschaft der Staaten der Welt.

 

Die östliche Sakristei

wird derzeit wirklich als Sakristei genutzt. Sie ist deshalb mehr nach dem praktischen Nutzen eingerichtet. Auf dem Tisch der Sakristei hat eine Kreuzigungsgruppe ihren Platz gefunden.

 

An den Wänden hängen teilweise alte Bilder. Auch eine Tafel mit allen Wilhermsdorfer Pfarrern seit der Reformation kann betrachtet werden.

Sakristei kreuzigungsgruppe 500

 

Die Kreuzigungsgruppe

Die Kreuzigungsgruppe dient der Besinnung der Prediger.

Sie soll an das Geschehen um die Kreuzigung, die Grablegung und Auferstehung Jesu erinnern, als Jesus unsere Schuld auf sich genommen hat.

 

Die Bilder

Bild krieg 680

Bild wilhermsdorf 1842 680

                                   

 Wilhermsdorf                    Zug des Mansfeldschen

im Jahr ←1842                Heeres über Wilhermsdorf

                                                   4. Oktober 1621→                                                                                                                        

 

 

Die Gruft

 

gruft hinten 680Unter den breiten Steintreppen, die von rechts und links zum Hauptportal der Kirche emporführen, geht man durch eine unscheinbare Tür in den Vorraum. Von da aus kann man schon den vorderen Raum überblicken.

gruft vorne 150

Der Prunksarg der Gräfin Franziska Barbara von Hohenlohefällt sofort ins Auge. Am Sarg vorbei geht man in den hinteren Raum.

 

Hier befinden sich die Särge von zwei Erwachsenen und vier Kindern.
Am hinteren Ende des inneren Raumes erkennt man noch einige Stufen, die jedoch nicht weiterführen, da der Weg nach oben zugemauert ist.
Die Gruft war früher direkt über diese Treppe zum Altarraum mit der Kirche verbunden. Heute ist sie nur noch von außen her zugänglich.

 

 

Der Prunksarg

sarg 1 700

Der Prunksarg der
Gräfin Franziska Barbara von Hohenlohe
 
(23.07.1666 - 03.04.1718)
 
ist mit Ornamenten und mit vielen Bibelworten verziert, die vom Glauben der Verstorbenen zeugen.
 
Auf der Seite sind folgende Verse zu lesen:
 
Romanis VIII, XVIII

dieser Zeit Leiden ist nicht werth der Herrlichkeit, die an uns soll offenbart werden.

 
2.Tim. IV, XVIII

Der HERR (hat) mich erlöset von allem Übel und mir (ausgeholffen) zu seinem himmlischen Reich

 
Psalterium CXVI, VII

Sei nun wieder zufrieden, denn der HERR thut dir guts.

 
Proverb X, VII

Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen

 

Psalterium XVII, XV

Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.

 

Apocalypsis. XIV, XIII

Selig sind die Todten, die in dem HERRN sterben von nun an. Da nun, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.

 

sarg 2 700

 

 

Leider sind auf dem Sargdeckel einige Worte  durch unsachgemäße Behandlung heute nicht mehr lesbar.

Im Prunksarg befindet sich der eigentliche Sarg, in dem bis heute die Gräfin ruht.

 

 

Der Kirchturm 

Die Form des Turmes

Der Turm ist dreigeschossig, hat eine Umgangsplattform und trägt die geschweifte, schiefergedeckte Haube, die durch eine achteckige Laterne gekrönt wird.

 

Die Turmuhr 

Das alte Uhrwerk konnte erhalten werden. Die Uhr wird aber heute von einem modernen Uhrwerk angetrieben.

uhrwerk 1Das handgeschmiedete Uhrwerk konnte dank der Verdienste des Heimatvereins Wilhermsdorf sowie durch den Kreisheimatpfleger, Herrn Studiendirektor Mahr, für die Kirche gerettet werden. Es stammt von Michael Vogler, Uhrmacher zu Wilhermsdorf, aus dem Jahr 1710.

 

 

 

Die Glockenuhrwerk 2

Im Turm hängen 3 Glocken auf 2 Ebenen. Die Glocken der Hauptkirche sind eine Arbeit von Johann Konrad Roth aus dem Jahr 1710. Roth, Stück- und Glockengießer zu Forchheim, schuf die drei neuen Bei Klick: Vergrößerung in einem separaten Fenster!Glocken mit einem Gesamtgewicht von 44 Zentnern. Dafür erhielt er 1730 fl.

 

glocke 1Eine weitere Glocke, deren Herkunft unbekannt ist, lagert derzeit unbenutzt im Turm.

 

                                    Die Kleine und die mittlere Glocke.
                                    Sie wiegen ca. 450 und 800 kg

 glocke 2

 

 

 

Große Glocke. Sie hat ein Gewicht von ca. 1600 kg

glocke 3

 

 Die Glocken tragen auf 3 Zeilen folgende Inschriften

REGIERENDER HERR IST PHILIPP ERNST GRAF VON HOHENLOHE UND HERR ZU LANGENBURG IHRO ROM: KAISERLICHE MAYESTÄT GEHEIMDER RATH

UND DESSEN FRAU GEMAHLIN FRANCISCA BARBARA GRÄFIN VON HOHENLOHE UND FRAU ZU LANGENBURG GEBORENE GRÄFIN VON WELZ

DURCH DAS FEUER BIN ICH GEFLOSSEN JOHANN CONRAD ROTH HAT MICH GEGOSSEN IN VORCHEIMB ANNO 1708

(VORCHEIMB = Forchheim)

 

Das Turmzimmstube 1er

Wer sich die Mühe macht, den Turm zu besteigen, findet ein

 

gemütliches Zimmer mit herrlicher Rundumsicht vor. In der "Wächterstube" wohnte bis 1863 ein Wächter. Er hatte die Aufgabe, eventuelle Brände rechtzeitig zu melden. Die Stube konnte sogar beheizt werden. Es war sicher dennoch kein einfaches Leben, für alle Besorgungen jeweils die vielen Stufen zu gehen.                                                                       

Im Turmzimmer hängen einige Bilder, unter anderem dieses schöne Jesusbild. Es trägt die Inschrift

 

Ach, Herr, gieb Fried, der uns ernehrt und steur dem Krieg, der alls verzehrt. Zerbrich die Schwert, Spiess, Bogn und Pfeil gieb uns hie Fried, dort ewigs Heil.

 

zimmerbild

 

 

Der Friedhof

 

Früher gehörte ein Friedhof zur Kirche. Er befand sich zwischen dem Ritterhaus und der Hauptkirche.

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Umliegende Gebäude

Ritterhaus

Ritterhauscafé 

Östlich der Kirche liegt das um 1768 errichtete Ritterhaus (Fertigstellung 1770), das als Verwaltungsgebäude der im "Canton Altmühl" (CA) zusammengeschlossenen Reichsritterschaften diente.

Kanzleigebäude

Westlich der Hauptkirche befand sich das ehemalige Kanzleigebäude für den reichsfreien Staat Wilhermsdorf (ab 1612).

Brauerei

Brauhausschild 

     Ebenfalls westlich der Hauptkirche befand sich die Brauerei.
     Die Gebäude der Brauerei stehen zwar noch, dienen heute aber
     anderen Zwecken.

 

Der Ausblick

Vom Turmumgang und vom Turmzimmer aus bietet sich ein herrlicher Ausblick über den Ort Wilhermsdorf. Man kann weit in das Zenntal schauen, aber auch in das Ulsenbachtal.


Ansicht Nordwest

Blick auf die Burgmilchlingstraße und in das Ulsenbachta

Ausblick 1

 

 

 

 

 

 

 

Ansicht Nordost
Blick auf die Katholische Kirche und den Kernort

Ausblick 2

 

 

 

 

Ansicht Ostsüdost
Blick auf den Festplatz, auf das Zenntal
und im Hintergrund auf den Ortsteil "Hub"

 

 

Ausblick 3

Ansicht Südost
Blick auf den Festplatz und rechts auf das ehemalige Schloßgelände. Im Hintergrunddas Zenntal, die Alleestraße und der Ortsteil "Hub"

 Ausblick 4

 

 

 

 

Ansicht Süd

Blick auf das ehemalige Schloßgelände. Im Hintergrund das Zenntal mit der neuen Umgehungsstraße.

Ausblick 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 
Ansicht Südwest

Blick auf die Ansbacher Straße in Richtung Adelsdorf.

 Ausblick 6

 

 

 

 

 

 

 

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